Demografie als Wirtschaftsfaktor

Veröffentlicht Sonntag Juli 10, 2016

Demografie als Wirtschaftsfaktor
Bevoelkerung2060

Bevoelkerung 2060
©Statistisches Bundesamt

Der demografische Wandel ist ein historisches Novum: 2035 wird Deutschland die älteste Bevölkerung der Welt haben. Die Verschiebung der Altersverhältnisse betrifft jeden Einzelnen, sie wird unsere Gesellschaft verändern – und unsere Wirtschaft. Das Zukunftsinstitut von Trendforscher Matthias Horx ist dazu hautnah auf den Spuren.

Plötzlich und unerwartet (?) dröhnt es aus allen Ecken: Die „Alten“ sind die größten Vertreter an den Wahl-Urnen – wie zuletzt in Großbritannien zum Brexit – und machen die „wahre“ Politik. Die „Alten“ übertönen die Jungen. Die „Alten“ gehen auf Lustreisen und Kreuzfahrten, denn sie haben noch ein angespartes Vermögen, das die Jungen so nie mehr haben werden.

Da ist tatsächlich etwas dran: Die „Silver Economy“, wie sie neudeutsch u.a. bei Wirtschaft und Marketing so schön heißt, verfügt über ein Kapital, das die Nachfolger in der Form kaum mehr erwirtschaften können. Somit sind die Grauhaarigen jedoch alles andere als ein Fluch: Sie haben das Potenzial, aktuell und in den nächsten Jahren so in Märkte zu investieren, dass auch nachfolgende Generationen von ihren Investitionen nur profitieren können. Vorausgesetzt: dass diese Märkte sich jetzt auch zu eigenen Zwecken zukunftsorientiert aufstellen.

So zumindest sieht es das Zukunftsinstitut von Matthias Horx. Der bekannte Trendforscher untersucht derzeit mit seinem Team zum einen den Fundus der „Silver Economy“; er hinterfragt aber auch, in wieweit die Silberhaarigen nicht abfordern, was gesellschaftlich längst hätte stattfinden müssen. Denn unerwartet kam der demografische Wandel wahrlich nicht; eher wurde er in den letzten Jahren lieber unter den Teppich gekehrt.

Dazu gehören etwa Aspekte wie Barrierefreiheit, ob im privaten Wohnraum oder städtisch. Überhaupt alternative Lebensmodelle für alle Generationen. Und warum werden „alte Eisen“ nicht besser gegen den Fachkräftemangel eingesetzt? Welche Bedeutung gewinnen Pflege-Roboter und technische Unterstützung im Rahmen eines SmartHome schon für Jüngere? Und was ließe sich nicht alles zu Mobilität und (Anti-)Aging abschauen, sofern man denn mal genauer hinguckte…
Auch unser Rentensystem stammt aus einer Zeit, in der die Lebenserwartung nur halb so hoch war, moniert der Experte Michael Braungart und fordert eine grundlegende sozialpolitische Reform.

Lesen Sie mehr zum Fokusthema „Silver Economy“ des Zukunftinstituts unter:
http://www.zukunftsinstitut.de/dossier/tup-digital/silver-economy/

(ch)

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